Eine neue Arbeit von Lene Bleich und Kolleg:innen untersucht schwere Einschränkungen der Magen-Darm-Motilität unter Antipsychotika. Ausgewertet wurden AMSP-Daten aus den Jahren 1993 bis 2016 zu 333.175 stationär behandelten Patientinnen und Patienten mit antipsychotischer Medikation.
Im untersuchten Zeitraum wurden 41 schwere Fälle dokumentiert: 19 mit schwerer Obstipation, 13 mit Subileus und neun mit Ileus. Die Meldehäufigkeit lag somit bei insgesamt 0,012% aller überwachten Patienten. Clozapin und Quetiapin waren am häufigsten als beteiligte Antipsychotika eingestuft. In rund 71 Prozent der Fälle wurden mehrere Medikamente gemeinsam als ursächlich verdächtigt, häufig darunter Antipsychotika mit ausgeprägten anticholinergen Eigenschaften. Drei Betroffene verstarben nach einem paralytischen Ileus; alle erhielten Clozapin in Kombination mit weiteren Medikamenten.
Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer frühzeitigen Erfassung von Darmfunktionsstörungen, einer sorgfältigen Prüfung der Begleitmedikation und der Aufklärung über frühe Beschwerden.
Prof. Dr. Stefan Bleich hat als Mitautor an dieser Arbeit mitgewirkt. Wir erinnern uns in Verbundenheit an ihn.
Veröffentlicht in European Archives of Psychiatry and Clinical Neuroscience, September 2026.
